Freitag, 18. Juni 2010

Sommerweinparade 

Was zeichnet einen typischen Sommerwein aus? Gemeinhin lautet die Antwort darauf: "leicht, fruchtig, spritzig, wenig Alkohol". Nach der Verkostung von 25 Sommerweinen, haben wir jedoch mal wieder festgestellt, dass für uns auch ein guter Sommerwein Textur haben muß, was natürgemäß einen höheren Alkoholgehalt bedingt. Unsere fünf Favoriten waren diesmal (Auflistung in keiner bestimmten Reihenfolge):

1. Sattlerhof, Vom Sand (SB, WR, WB, TR) 2009, 11,5%, EUR 7,80
Der Traminer dominiert leicht, was sich in der schönen Nase des Weins zeigt. Apfel-Nuss.

2. Jurtschitsch, Riesling Platin 2009, 12%, EUR 10,90
Minze, Zitronenmelisse. Schöne Rieslingnase.

3. Schloss Gobelsburg, Grüner Veltliner Domäne Gobelsburg 2009, 12,5%, EUR 5,90
Apfel, Mineralik, schöne Nase, Pfefferl. Unser Preis-Leisungs-Sieger.

4. Neumeister, Grauburgunder Steirische Klassik 2009, 12%, EUR 7,90
Grüne Früchte, cremig, langer Abgang.

5. Gross, Sämling (Riesling & Silvaner) = Scheurebe 2009, 12%, EUR 7,80
Knackig, duftig. Für uns ein schöner Sommerwein





Sonntag, 13. Juni 2010

Verkostung am 12.06.2010
Nachverkostung Wachau


1. Kartäuser Hof, Sauvignon Blanc Federspiel, 2009, 12,5%
    Weissenkirchen, Wachau/ Österreich
2. Muthenthaler, Grüner Veltliner Vießlinger Stern, 2009, 13,5%
    Mühldorf, Wachau/ Österreich
3. Veyder-Malberg, Grüner Veltliner Loibenberg, 2008, 13%
    Spitz, Wachau/ Österreich
4. Gritsch, Muskateller Hartberg, 2009, 12,5%
    Spitz, Wachau/ Österreich

Farbe:
1. helles grün-gelb, leicht moussierend
2. und 4. zitronengelb mit grünen Reflexen
3. strohgelb mit grünen Reflexen

1. Nase:
1. Saftiges Cassis, etwas Minze, gelbe Paprika.
2. Cantaloupe Melone, Vanillezucker, rauchige Mineralik.
3. Birne, Mineralik, verhaltene Nase.
4. Reife Stachelbeere, Exotik; sehr feine Nase.

2. Nase:
1. Saftige gelbe Paprika; beispielhaft.
2. Mineralik, Hefe, Birne.
3. Wiesenblumen, reife Birne, Blütenhonig, Mineralik.
4. Wie erste Nase aber noch intensiver, cremige Mineralität gemischt mit den Fruchtnoten. Sehr ansprechende, tolle Nase.

Gaumen:
1. Cassis, Paprika, im Abgang Zitrus.
2. Apfel, Birne, cremig, weißer Pfeffer, Kräuterwürze. Etwas Hefe am Gaumen, Kräuterwürze im Abgang. Sehr vielschichtig.
3. Mineralisch, im Abgang Mandarine und Grapefruit.
4. Am Gaumen viel exotische Frucht, im Abgang Grapefruit.

FAZIT: 
Es gab keine Negativüberraschungen gegenüber dem Ersteindruck vor einem Monat in der Wochau. 1. ist ein tolles Federspiel, 2. und 3. kann man noch etwas liegen lassen und 4 ist in der jetztigen Phase eindeutig unser Favorit.

Infos:

Donnerstag, 3. Juni 2010

Gute Nachrichten erreichen uns aus der Wachau: der Grüne Veltliner Singerriedel Smaragd 2008 vom Weingut Gritsch Mauritiushof wurde dieses Jahr bei den Decanter World Wine Awards mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Wir gratulieren Franz-Josef und Maria!
Verkostung am 26.05.10
Sauvignon Blanc, 4 Länder 


1. Krug'scher Hof, SB Spätlese trocken, 2008, 12%
    Gau-Odernheim, Rheinhessen/ Deutschland
2. Ernst Triebaumer, SB Ried Vogelsang halbtrocken 2008, 12,5%
    Rust, Burgenland/ Österreich
3. Sileni, Sauvignon Blanc, 2008, 12,5%
    Hastings - Hawke's Bay, Marlborough/ Neuseeland
4. Kellerei Girlan, Sauvignon Indra, 2008, 13,5%
    Girlan, Alto Adige/ Italien

Farbe:
Bei allen vieren hellgelbe Farbe mit grünlichen Reflexen und zusätzlich mit leicht bräunlichen Reflexen bei 2.

Erste Nase:
1. Fruchtaromen von Mango und Cassis. Saftige, fruchtbetonte Nase mit etwas Vanillezucker.
2. Steinig, fast staubig. Anklänge von Gras und dezenten Fruchtnuancen mischen sich mit der dominanten Mineralik.
3. Grüne Paprikaschoten.
4. Marille, Hollunder, Cremigkeit.

Zweite Nase:
1. Gelbes Steinobst, Nektarinen. Eigentlich "Rieslingnase".
2. Sehr mineralisch, Feuerstein.
3. Grüne Paprika wie erste Nase.
4. Waldbeeren, schwarze Johannisbeeren.

Gaumen: 
1. Limette! Starker Gegensatz zur gelben Fruchtnase. Jetzt sehr zitrusbetont. "Eignet sich zum Caipirinha strecken" (lt. Waterhouse)
2. Mineralisch, Apfel. Bitterer Abgang, erinnert an Pils.
3. Paprika, Brennessel. Eindimensional.
4. Vegetabil, Johannisbeere im Mittelspiel, dann Grapefruit. Insgesamt weniger spritzig als die anderen.

FAZIT:
Dieses Mal keine Stand-alone Weine aber passable Essensbegleiter. Heute gab es keinen hervorstehenden Favoriten.

Infos:


Mittwoch, 5. Mai 2010

Tolle Neu-Entdeckungen und Eindrücke aus der Wachau

25 Winzerbesuche und 200 Weinverkostungen später - voll mit Eindrücken und tollen Neu-Entdeckungen sind wir zurück vom Wachauer Weinfrühling 2010. 


Eigentlich wollten wir auch noch die Tour de Vin im benachbarten Kamptal besuchen, doch viele interessante Gespräche und der persönliche Austausch mit den Winzern ließ uns länger in der Wachau bleiben als geplant.

Spannende Neu-Entdeckungen:

                                  Martin Muthenthaler & Peter Veyder-Malberg

Im etwas abgelegenen Elsarn (Nähe Spitz) sind wir auf die beiden "Greenhorns" Martin Muthenthaler und Peter Veyder-Malberg mit ihren puristisch-klaren, konzentrierten und sehr eigenwilligen Weinen gestossen. Martin liefert seit langem seine Trauben an die Genossenschaft - vor drei Jahren hat er sich entschlossen, Weine unter seinem eigenen Namen herauszugeben. Auch Peter ist in der Branche kein unbeschriebenes Blatt: u.a. war er 14 Jahre lang Betriebsleiter im Schlossweingut Graf Hardegg. Vor zwei Jahren hat er in Spitz sein eigenes Weingut gegründet. Beide sind quasi Weinbergs-Nachbarn und teilen eine gemeinsame Philosophie: die Natur gibt die Reife der Trauben vor - nicht die Richtlinien der Vinea Wachau. Deshalb gibt es bei den beiden Winzern auch keine Einteilung in die sonst üblichen Kategorien Steinfeder, Federspiel oder Smaragd.





Von den Weinen Martin Muthenthalers gefielen uns besonders der Gelbe Muskateller Ried Bruck 2009 sowie sein Riesling Bruck 2009 (schöne Pfirsichnoten, elegant, die kühle Stilistik spiegelt eine der kühlsten Lagen der Wachau wider). Bei Peter Veyder-Malberg gefielen uns vor allem sein Veltliner Loibenberg 2008, sowie sein Riesling Bruck 2009.

Fazit:
Die Weine von Martin und Peter sind sicher nicht die günstigsten der Wachau, zeichnen sich aber durch ihre Vielschichtigkeit aus - von Schluck zu Schluck hat man das Gefühl, man schmeckt eine andere Nuance Natur durch. Ob Peters Riesling Buschenberg 2009 mit einem Ab-Hof-Preis von 53.- € pro Flasche tatsächlich der "beste Riesling der Wachau" (Zitat Veyder-Malberg) ist, wird sich nach der  Füllung im September zeigen müssen.

Infos:


 Elisabeth Pichler-Krutzler
In Oberloiben präsentierte Elisabeth Pichler-Krutzler (Tochter des berühmten F.X. Pichler) in einer stylish-coolen "Garagenatmosphäre" ihr Angebot. Die studierte Juristin ist erst seit 2007 eigenständige Winzerin - und macht durchaus eigenwillige Weine, abseits des Mainstreams. Ihr Credo: lange Hefestandzeiten, ausschließliche Verwendung von Naturhefen. Der Zugang zu diesen Tropfen ist sicher nicht jedermanns Sache. Die komplexen Weine sollten - entgegen der österreichischen Gepflogenheit, Wein möglichst jung zu genießen - einige Jahre lagern. Uns gefielen der  pfeffrig-würzige Grüne Veltliner Klostersatz 2009, sowie der elegante Riesling In der Wand 2009 (Zitrusnoten und Mineralik durch heiße Terrassenlage)


Fazit: 
Die Zeit muss zeigen, ob die Philosophie von Elisabeth Pichler-Krutzler aufgehen wird - denn eine Rückverkostung älterer Jahrgänge ist logischerweise noch nicht möglich. Die Weine lassen jedoch jetzt schon viel erwarten, denn die probierten 2008er Jahrgänge haben sich bereits prächtig entwickelt. 

Infos: 

Weitere Verkostungsnotizen folgen asap ...

Dienstag, 4. Mai 2010

Unsere Favoriten beim Wachauer Weinfrühling


Mauritiushof - Franz-Josef Gritsch
http://www.mauritiushof.at/

Unser erster Besuch führte uns am Freitag nach Spitz zu Franz-Josef Gritsch in seinen Mauritiushof. Der Jahrgang des 31-jährigen Winzers überzeugte uns auf ganzer Linie. Wir probierten uns durch mehr als zwölf verschiedene Weine - vom Federspiel bis hin zur Auslese.





Besonders gefallen haben uns dabei das Federspiel Grüner Veltliner Singerriedel 2009, das leider schon ausverkauft ist, sowie die Riesling-Smaragde Setzberg 2009 (fruchtig-mineralisch, stoffig, Pfirsichnoten, Orangen, dunkle Mineralik) und 1000-Eimerberg 2009 (fruchtig-schiefriger Sortenvertreter mit vielschichtiger Nase).

Der Sauvignon Blanc Hartberg Smaragd 2009 mit 15% Alkohol ist nicht nur einer der derzeitige Lieblingsweine des Winzers selbst - auch uns hat dieser cremige, intensiv nach gelber Paprika riechende Tropfen unglaublich gut gefallen. 

Sein Muskateller Hartberg 2009 besticht mit exotischen Aromen von Guave und Ananas - ein fruchtig-frischer Sommerwein. Lecker!

Wir dürfen die erste Flasche Smaragd des Jahrgangs 2009 öffnen - und natürlich probieren :-)


Nach der Verkostung des aktuellen Jahrgangs durften wir im wunderschönen Garten des Mauritiushofes ganz in Ruhe - und mit den spannenden Infos des Winzers selbst - rückverkosten und sogar ältere Schätze aus dem Keller probieren (z.B. den unglaublichen Grüner Veltliner Loibenberg Smaragd Reserve 2006 - ein Wein wie flüssiges Gold: wuchtig-schmelzig, fruchtig-rund, keinerlei Altersnoten -> tapezierte den Mund; leider nicht mehr im Handel).




vor dem 1000-Eimerberg
                                                        













vor der Lage Singerriedel



Beeindruckend ist die Leidenschaft, mit der Franz-Josef  seine Weine macht, und seine Traditionsverbundenheit.   Auf einer kleinen Tour durch  Spitz hat er uns die einzelnen Lagen und ihre Besonderheiten erklärt.



Weingut Johann Schmelz

Sonntag früh probierten wir uns durch 15 verschiedene Weine des Weinguts Johann Schmelz in Joching. Wie immer besticht das Weingut durch klare, elegante und dichte Weine (v.a. die Veltliner).  

Unsere Favoriten: die beiden Grünen Veltliner Federspiele Pichl-Point 2009 (7,80 €; Nase: Birne, Gaumen: Mix aus Frucht und Mineralik) und Loibnergärten 2009 (7,80 €; Nase: verhalten nach Birne und Melone; Gaumen: zarte Mineralik), der Riesling Dürnsteiner Freiheit Smaragd 2009 (20.- €, cremig-schmelzige Nase, Pfirsichnoten, kraftvolle Mineralität, vielschichtig -> ein Parade-Riesling!), der Weißburgunder Postaller Smaragd 2009 (16.- €; zarte, elegante Nase, rauchiger als gewohnt, saftig-kraftvoll, tolles Potential), der Grüne Veltliner Loibenberg Smaragd 2009 (16.- €; schmelzig-fruchtige Nase, leicht rauchig, Pfefferl, kühle Stilistik -> ein eleganter und vielschichtiger Tropfen!) und der Grüne Veltliner Pichl-Point Smaragd 2009 (16.- €; mineralisch-cremige Nase, Kräuterschleier, fruchtige Opulenz).

                                                 
auf ein Glaserl mit Winzer Johann Schmelz

Die Grünen Veltliner waren mit die besten, die wir während unserer ganzen Tour verkostet haben. Johann Schmelz verzichtet weitgehend auf Botrytis, was seine Weine sehr lagerfähig und nicht anfällig für Firnisnoten macht. Seine Federspiele "pfeifen" nach eigenen Angaben ab August "so richtig rein" ...

mit Monika Schmelz vor der "Weinbühne" 

Der Riesling Weingebirge Federspiel 2009 ist dieses Jahr übrigens käuflich nicht zu erwerben - zumindest nicht in Europa: die 4.600 Flaschen gingen alle exklusiv an Starkoch Wolfgang Puck in die USA.

Weingut Jäger

Ein Besuch bei Roman Jäger in Weissenkirchen, der uns komplett überrascht hat - im positivsten Sinne: seine feingliedrigen, klaren und sehr interessanten Weine mit einer kühlen Stilistik begeisterten uns! Zum Betrieb gehören ausschließlich Weißenkirchner Spitzenlagen wie Klaus, Achleiten und Steinriegel.


  
Winzer Roman Jäger

Unsere Favoriten: Grüner Veltliner Ried Klaus Federspiel 2009 (7,50€; fein-fruchtige Nase, Melone, Mineralik), Sauvignon Blanc Federspiel 2009 (9,50 €; gelbe Paprika in der Nase, am Gaumen Cassis, kühle Stilistik, extra fein!), Riesling Ried Steinriegl Federspiel 2009 (9,50 €; sehr elegant! tolle Nase: Aprikose, Blüten, klar-kühle Stilistik), Riesling Ried Achleiten Smaragd 2009 (16.- €; vielschichtige, schöne Nase, leicht rauchig am Gaumen, tolle Frucht) und schließlich der Eiswein 2008 (18.- €; sensationelle Exotik! vielschichtig-konzentriert, nicht "zuckrig").

Donnerstag, 29. April 2010

Verkostung am 28.04.2010
Rotwein - Vier Länder

Dieses Mal ist unser Freund Holly zu Gast. Holly trinkt Weiß wie Rot und ist vor allem dank seiner feinen Nase und bildstarken Umschreibungen immer ein Gewinn für unsere Verkostungsrunden.

1. Nittnaus, Blaufränkisch Kalk-und-Schiefer, 2007, 13%
    Gols, Burgenland/Österreich
2. Haas, Pinot Nero, 2005, 13%
    Montagna, Alto Adige/Italien
3. Kreuzberg, Spätburgunder Unplugged, 2007, 12,5%
    Dernau, Ahr/Deutschland
4. Stony Brook, Shiraz, 2004, 13,5%
    Franschhoek, Western Cape/Südafrika

Farbe:
1. Rubinrot
2. Ziegelrot, bräunliche Reflexe
3. Granatrot
4. Schwarz-rot mit lila Reflexen

Erste Nase:
1. Fleisch mit Kirschconfit; Carpaccio; dunkle Herzkirschen und Blaubeeren.
2. Modriger Waldboden mit Walderdbeeren; Zwetschge; changiert zwischen fruchtigen Noten und "Antiquitätenduft" (lt. Holly).
3. Mineralisch, nasser Ziegelstein (lt. Holly); Stall. Erinnert an mineralische Weißweinnasen.
4. Beeren, trockenes Leder. Unser Bild: "Satteltasche mit Brombeeren gefüllt".

Zweite Nase:
1. Vanille frisch aus der Schote geschabt; Brombeeren und kalter Tee. Wein wirkt jetzt weicher, charmanter.
2. Flieder, Rhabarber und Waldbeeren.
3. Vegetabil und schotig. Weiterhin sehr mineralisch und insgesamt schwer zugänglich.
4. Leder und Frucht gehen etwas zurück. Rupfensack (lt. Holly).

Gaumen:
1. Wirkt im Gegensatz zur Nase grün, sauer, wie Traubenkerne oder Traubenstängel. Mit mehr Luft geht die bittere Rassheit zurück. Insgesamt vielleicht noch zu jung.
2. Cassis - erinnert an Kir Royal. Gute Säurestruktur; füllt den Mund.
3. Anfangs seifig; schal; Pfeffer.
Interessante Nebenbemerkung: haben den Wein mit Obatzter probiert und er hatte eine ganz andere Charakteristik: er wirkte leicht süß und viel runder.
4. Leder, kalter Rauch. Unser Bild: "Herrenklub" oder "alter Westernsalon".

FAZIT:
Unsere Favoriten waren insbesondere 2 und vereinzelt auch 4 (Holly). Der Pinot Nero von Franz Haas ist wunderbar rund, ausgewogen, fruchtig mit guter Säure und bleibt einen ganzen Abend lang interessant.

Infos:
www.nittnaus.at
www.franz-haas.com
www.weingut-kreuzberg.de
www.stonybrook.co.za


Dienstag, 27. April 2010

Sonntag, 25. April 2010

Verkostung am 24.04.10: 
Federspiel 2007/ 2009 


1. Schmelz, Grüner Veltliner Pichl Point Federspiel, 2009, 12,5%
    Joching, Wachau/Österreich 
2. Schmelz, Grüner Veltliner Pichl Point Federspiel, 2007, 12,5% 
    Joching, Wachau/Österreich 
3. Gritsch, Riesling 1000 Eimerberg Federspiel, 2009, 12,5%
    Spitz; Wachau/Österreich
4. Gritsch, Riesling 1000 Eimerberg Federspiel, 2007, 12,5%
    Spitz, Wachau/Österreich 


Farbe: 
1-4. Strohgelb mit grünen Reflexen – wobei 2. und 4. Nuancen dunkler sind. 

Erste Nase: 
1. Grüner Apfel, Sternfrucht, Stachelbeerkonfitüre, Mineralik. Rückverkostet nach 2: viel fruchtiger im Vergleich, Exotik.
2. Schießpulver, rauchig, Kräuter, etwas grüne Honigmelone und grüner Spargel.
3. Marille, Pfirsich, Hollunder, pudrig, cremige Mineralität. Sehr schöne Nase!
4. Mineralisch, verdeckte Steinfrucht.
 
Zweite Nase:
1. Grüne Birne, Almdudler. 
2. Vegetabil-musig; mit der Zeit immer fruchtiger. Changiert zwischen vegetabil und fruchtig.
3. Dezenter Rosenduft; erinnert an Muskateller-Nasen. Ananas, Marille, Mineralik. Sehr vielschichtig.
4. Schiefer, Stein, darunter Pfirsich.
 
Gaumen:
1. Kräutrig-würzig, pfeffrig, Birne. Im Abgang: rosa Pfeffer und Grapefruitzesten.
2. Anfangs pfeffrig-gemüsig. Im Abgang: Bitternoten erinnern an lackes Pils.
3. Mandarine, Zitrusfrucht. Im Abgang Orangenmarmelade. Insgesamt recht füllig für ein Federspiel.
4. Wie Nase. Sehr mineralisch mit minimalem Pfirsichhauch; leicht salzig.
 
FAZIT: Im direkten Vergleich haben die jungen Federspiele besser abgeschnitten als die gealterten 2007er. Federspiele sollte man also jung genießen, manche gewinnen allerdings mit kurzen Lagerzeiten bis einem Jahr. Unser Favorit heute: 3. Dieser Wein bietet sehr viel für ein Federspiel und ist daher eine absolute Kaufempfehlung. Überhaupt haben die beiden 2009er Federspiele viel Lust auf den neuen Jahrgang gemacht!
 
Infos: 

Sonntag, 18. April 2010

Österreichische Winzer und ihr Terroir

Große Weinprobe zum 7-jährigen Jubiläum von rotWEISSrot in München.


Am Freitag, den 16. April 2010, besuchten wir die große Weinprobe bei unseren Freunden Marianne und Gerhard Biber, den Inhabern der Vinothek rotWEISSrot. Die teilnehmenden Winzer Karl Alphart, Albert Gesellmann, Markus Huber, Hans und Anita Nittnaus, Weingut Prager, Engelbert Prieler und Franz Weninger schenkten über 60 Weine aus, um sich und vor allem das Terroir ihrer Anbaugebiete vorzustellen. Ein hochspannender Vergleich zwischen österreichischen Top-Winzern.

Karl Alphart & Miss Cooper

Mr. Waterhouse & Mr. Price beim Verkosten

 Mr. Price & Mr. Waterhouse im Dialog mit Albert Gesellmann

Gerhard Biber & Kundin

Wir haben wieder einige leckere Tropfen entdeckt: so hat uns zum Beispiel der Pinot blanc Kalk&Schiefer sowie der Blaufränkisch Kalk&Schiefer (rund, beerig, fleischig) von Hans und Anita Nittnaus im Preis-Leistungs-Verhältnis sehr überzeugt - ganz zu schweigen von der Faßprobe ihres Blaufränkisch Tannenberg 2007. Ein absoluter Wow! - Wein. Zum krönenden Abschluss gönnten wir uns die fantastische "TiBiAy" = Trockenbeerenauslese TBA 2005. Ein Traum! Vielschichtig, finessreich - uns schwebt ein leckerer Blauschimmelkäse dazu vor.


Markus Huber präsentierte mit seinem Riesling Engelreich 2009 einen klaren und duftig-frischen Sommerwein im guten PLV. Ebenfalls spannend: sein Gelber Muskateller 2008/09 mit einer tollen Nase, sowie sein knackig-grüner Sauvignon Blanc 2009.

Edith & Markus Huber

Tolle Rotgipfler (vom Berg 2008/09 und Rodauner 2008) und natürlich Pinot Noirs (vom noch jungen, kantigen Muster des ´08er bis hin zum reifen, runden Pinot Noir Reserve 2004) gab es bei Karl Alphart zu verkosten. "Der einzige Wein, der zum Hummer passt" - laut Karl Alphart seine Rotgipfler Rodauner Top Selektion 2006 - ein schmelziger, runder Wein mit einer tollen, vollen Nase.