Montag, 26. Juli 2010

Verkostung am 17.07.2010
Domäne Wachau


1. Domäne Wachau, Weissenkirchen Grüner Veltliner Federspiel, 2009, 12,5%
Dürnstein, Wachau/ Österreich
2. Domäne Wachau, Riesling Loibenberg Federspiel, 2009, 12,5%
Dürnstein, Wachau/ Österreich
3. Domäne Wachau, Riesling Singerriedel Smaragd, 2009, 14%
Dürnstein, Wachau/ Österreich
4. Domäne Wachau, Grüner Veltliner Achleiten Smaragd, 2009, 13,5%
Dürnstein, Wachau/ Österreich

Farbe:
1. und 4. strohgelb mit grünen Reflexen
2. am hellsten; blaß-grünlich, glanzhell
3. liegt farblich zwischen den oberen

Erste Nase:
1. Cremig; reifer, gelber Apfel; Mineralik.
2. Marillenmarmelade (beispielhaft).
3. Zerstoßene Limetten; Kräuter; Hollunderblüten.
4. Nashi-Birne.

Zweite Nase:
1. Mineralik dominiert über Fruchtaromen; trinkanimierend.
2. Weniger süß/ marmeladig; Pfirsich und Marille.
3. Erbsen; schotig.
4. Reife Birne; Stachelbeeren.

Gaumen:
1. Pfeffer; Kräuter und Zitrone (frisch nicht sauer).
2. Wie Nase allerdings mit mehr Mineralität und Zitrus. Legt sich über die ganze Zunge. Im Abgang langanhaltender Geschmack nach Aprikose.
3. Schwer zu fassen: weder fruchtig noch vegetabil noch mineralisch noch würzig. ??? mit guter Länge.
4. Weißer Pfeffer; Apfel und Birne.

FAZIT:
Die beiden Federspiele sind im Moment top: sehr füllig und extraktreich. Die Smaragde spielen noch nicht ihre Klasse aus. 3: Derzeit etwas enttäuschend weil nicht faßbar. Mit der Zeit verliert sich der vegetabile/schotige Eindruck und die Rieslingtypizität kommt mehr zum Vorschein.

Infos:
www.domaene-wachau.at

Sonntag, 27. Juni 2010

Riesling-Quickie


1. Meintzinger, Riesling Kabinett trocken Frickenhäuser Kapellenberg 2008, 12,5%
Frickenhausen, Franken/ Deutschland
2. Dr. Crusius, Riesling trocken Sonnenfels 2009, 12,5%
Traisen, Nahe/ Deutschland

1. Nase:
1. Rauchig, kaltes Eisen, sehr mineralisch
2. Pfirsich, gelbe Birne; schöne, cremige Mineralität

2. Nase:
1. Feuerstein, metallisch.
2. Noch fruchtiger, runder und trinkanimierender als erste Nase

Gaumen:
1. Rauchig, metallisch, frischer Zitrusabgang, gutes Säuregerüst.
2. Wuchtig an der Zungenspitze, aber rutscht über die Zunge; kurzer Abgang. Aprikose.

Als Zuckerl:

3. Schloss Gobelsburg, Riesling Auslese 2007, 8,5%
Langenlois, Kamptal/ Österreich

Ad 3: goldgelbe Farbe. Sehr ausgewogen. Süß, mineralisch, frisch. Rieslingtypizität klar erkennbar. Vielschichtig.

Infos:

Dienstag, 22. Juni 2010

Verkostung am 22.06.2010
Weißwein quer - Europa (Gast: Holly)


1. Domaine Vacheron, Sancerre 2008, 13%
Sancerre/ Frankreich
2. Abel, Riesling Spätlese trocken Östricher Lenchen 2007, 13%
Östrich/Winckel, Rheingau/ Deutschland
3. Werlitsch, Sauvignon Blanc 2008, 12,5%
Glanz, Südsteiermark/ Österreich
4. Gritsch, Grüner Veltliner Smaragd Loibenberg 2007, 13%
Spitz, Wachau/ Österreich

Farbe:
1. sehr blaß, grünliche Reflexe
2. grünliche Reflexe, moussierend
3. klares goldbelb; warmer Farbton
4. gedecktes gelb; rötliche Reflexe

1. Nase:
1. Mineralik, Gras, etwas Frucht, Stachelbeere
2. Honig, überreifer Pfirsich, Mineralik
3. Lavendel, Blüten, Mohn, Nelken, naßer Dachziegel, Leder (für uns sehr überrachend da typische Rotweinnase).
4. Lilien, Erde.

2. Nase:
1. Stachelbeere, gelbe Paprika, frische Mineralik; lecker.
2. Leichte Firnisnote, Melone, rauchig.
3. Riecht eindeutig wie Rotwein; "man riecht sogar die Tannine" (lt. Cooper)
4. Grapefruit, Mineralik, saurer, grüner Apfel, Esoterikladen.

Gaumen:
1. Weich, wie Quellwasser. Gelbe Paprika, Zitrus, Cassis, Stachelbeere, Kalk; runder Körper, gute Länge.
2. Mineralik, an den Zungenflanken leichte Süße, salziger Nachklang. Weiße Spitzpaprika, Orange Bittermarmelade. Unser Bild: "abgeschleckte Tequilahand".
3. Öliges Gefühl im Mund, Leder, Tabak, immer noch wie Rotwein, bräsig.
4. Kümmel, Pfeffer, sehr würzig.

FAZIT: 
Unser Sieger ist der Franzose - allerdings ist es auch der hochpreisigste der Auswahl (EUR 21). Größte Überraschung ist der als Rotwein getarnte Sauvignon Blanc mitgebracht von Holly.

Infos:

Freitag, 18. Juni 2010

Sommerweinparade 

Was zeichnet einen typischen Sommerwein aus? Gemeinhin lautet die Antwort darauf: "leicht, fruchtig, spritzig, wenig Alkohol". Nach der Verkostung von 25 Sommerweinen, haben wir jedoch mal wieder festgestellt, dass für uns auch ein guter Sommerwein Textur haben muß, was natürgemäß einen höheren Alkoholgehalt bedingt. Unsere fünf Favoriten waren diesmal (Auflistung in keiner bestimmten Reihenfolge):

1. Sattlerhof, Vom Sand (SB, WR, WB, TR) 2009, 11,5%, EUR 7,80
Der Traminer dominiert leicht, was sich in der schönen Nase des Weins zeigt. Apfel-Nuss.

2. Jurtschitsch, Riesling Platin 2009, 12%, EUR 10,90
Minze, Zitronenmelisse. Schöne Rieslingnase.

3. Schloss Gobelsburg, Grüner Veltliner Domäne Gobelsburg 2009, 12,5%, EUR 5,90
Apfel, Mineralik, schöne Nase, Pfefferl. Unser Preis-Leisungs-Sieger.

4. Neumeister, Grauburgunder Steirische Klassik 2009, 12%, EUR 7,90
Grüne Früchte, cremig, langer Abgang.

5. Gross, Sämling (Riesling & Silvaner) = Scheurebe 2009, 12%, EUR 7,80
Knackig, duftig. Für uns ein schöner Sommerwein





Sonntag, 13. Juni 2010

Verkostung am 12.06.2010
Nachverkostung Wachau


1. Kartäuser Hof, Sauvignon Blanc Federspiel, 2009, 12,5%
    Weissenkirchen, Wachau/ Österreich
2. Muthenthaler, Grüner Veltliner Vießlinger Stern, 2009, 13,5%
    Mühldorf, Wachau/ Österreich
3. Veyder-Malberg, Grüner Veltliner Loibenberg, 2008, 13%
    Spitz, Wachau/ Österreich
4. Gritsch, Muskateller Hartberg, 2009, 12,5%
    Spitz, Wachau/ Österreich

Farbe:
1. helles grün-gelb, leicht moussierend
2. und 4. zitronengelb mit grünen Reflexen
3. strohgelb mit grünen Reflexen

1. Nase:
1. Saftiges Cassis, etwas Minze, gelbe Paprika.
2. Cantaloupe Melone, Vanillezucker, rauchige Mineralik.
3. Birne, Mineralik, verhaltene Nase.
4. Reife Stachelbeere, Exotik; sehr feine Nase.

2. Nase:
1. Saftige gelbe Paprika; beispielhaft.
2. Mineralik, Hefe, Birne.
3. Wiesenblumen, reife Birne, Blütenhonig, Mineralik.
4. Wie erste Nase aber noch intensiver, cremige Mineralität gemischt mit den Fruchtnoten. Sehr ansprechende, tolle Nase.

Gaumen:
1. Cassis, Paprika, im Abgang Zitrus.
2. Apfel, Birne, cremig, weißer Pfeffer, Kräuterwürze. Etwas Hefe am Gaumen, Kräuterwürze im Abgang. Sehr vielschichtig.
3. Mineralisch, im Abgang Mandarine und Grapefruit.
4. Am Gaumen viel exotische Frucht, im Abgang Grapefruit.

FAZIT: 
Es gab keine Negativüberraschungen gegenüber dem Ersteindruck vor einem Monat in der Wochau. 1. ist ein tolles Federspiel, 2. und 3. kann man noch etwas liegen lassen und 4 ist in der jetztigen Phase eindeutig unser Favorit.

Infos:

Donnerstag, 3. Juni 2010

Gute Nachrichten erreichen uns aus der Wachau: der Grüne Veltliner Singerriedel Smaragd 2008 vom Weingut Gritsch Mauritiushof wurde dieses Jahr bei den Decanter World Wine Awards mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Wir gratulieren Franz-Josef und Maria!
Verkostung am 26.05.10
Sauvignon Blanc, 4 Länder 


1. Krug'scher Hof, SB Spätlese trocken, 2008, 12%
    Gau-Odernheim, Rheinhessen/ Deutschland
2. Ernst Triebaumer, SB Ried Vogelsang halbtrocken 2008, 12,5%
    Rust, Burgenland/ Österreich
3. Sileni, Sauvignon Blanc, 2008, 12,5%
    Hastings - Hawke's Bay, Marlborough/ Neuseeland
4. Kellerei Girlan, Sauvignon Indra, 2008, 13,5%
    Girlan, Alto Adige/ Italien

Farbe:
Bei allen vieren hellgelbe Farbe mit grünlichen Reflexen und zusätzlich mit leicht bräunlichen Reflexen bei 2.

Erste Nase:
1. Fruchtaromen von Mango und Cassis. Saftige, fruchtbetonte Nase mit etwas Vanillezucker.
2. Steinig, fast staubig. Anklänge von Gras und dezenten Fruchtnuancen mischen sich mit der dominanten Mineralik.
3. Grüne Paprikaschoten.
4. Marille, Hollunder, Cremigkeit.

Zweite Nase:
1. Gelbes Steinobst, Nektarinen. Eigentlich "Rieslingnase".
2. Sehr mineralisch, Feuerstein.
3. Grüne Paprika wie erste Nase.
4. Waldbeeren, schwarze Johannisbeeren.

Gaumen: 
1. Limette! Starker Gegensatz zur gelben Fruchtnase. Jetzt sehr zitrusbetont. "Eignet sich zum Caipirinha strecken" (lt. Waterhouse)
2. Mineralisch, Apfel. Bitterer Abgang, erinnert an Pils.
3. Paprika, Brennessel. Eindimensional.
4. Vegetabil, Johannisbeere im Mittelspiel, dann Grapefruit. Insgesamt weniger spritzig als die anderen.

FAZIT:
Dieses Mal keine Stand-alone Weine aber passable Essensbegleiter. Heute gab es keinen hervorstehenden Favoriten.

Infos:


Mittwoch, 5. Mai 2010

Tolle Neu-Entdeckungen und Eindrücke aus der Wachau

25 Winzerbesuche und 200 Weinverkostungen später - voll mit Eindrücken und tollen Neu-Entdeckungen sind wir zurück vom Wachauer Weinfrühling 2010. 


Eigentlich wollten wir auch noch die Tour de Vin im benachbarten Kamptal besuchen, doch viele interessante Gespräche und der persönliche Austausch mit den Winzern ließ uns länger in der Wachau bleiben als geplant.

Spannende Neu-Entdeckungen:

                                  Martin Muthenthaler & Peter Veyder-Malberg

Im etwas abgelegenen Elsarn (Nähe Spitz) sind wir auf die beiden "Greenhorns" Martin Muthenthaler und Peter Veyder-Malberg mit ihren puristisch-klaren, konzentrierten und sehr eigenwilligen Weinen gestossen. Martin liefert seit langem seine Trauben an die Genossenschaft - vor drei Jahren hat er sich entschlossen, Weine unter seinem eigenen Namen herauszugeben. Auch Peter ist in der Branche kein unbeschriebenes Blatt: u.a. war er 14 Jahre lang Betriebsleiter im Schlossweingut Graf Hardegg. Vor zwei Jahren hat er in Spitz sein eigenes Weingut gegründet. Beide sind quasi Weinbergs-Nachbarn und teilen eine gemeinsame Philosophie: die Natur gibt die Reife der Trauben vor - nicht die Richtlinien der Vinea Wachau. Deshalb gibt es bei den beiden Winzern auch keine Einteilung in die sonst üblichen Kategorien Steinfeder, Federspiel oder Smaragd.





Von den Weinen Martin Muthenthalers gefielen uns besonders der Gelbe Muskateller Ried Bruck 2009 sowie sein Riesling Bruck 2009 (schöne Pfirsichnoten, elegant, die kühle Stilistik spiegelt eine der kühlsten Lagen der Wachau wider). Bei Peter Veyder-Malberg gefielen uns vor allem sein Veltliner Loibenberg 2008, sowie sein Riesling Bruck 2009.

Fazit:
Die Weine von Martin und Peter sind sicher nicht die günstigsten der Wachau, zeichnen sich aber durch ihre Vielschichtigkeit aus - von Schluck zu Schluck hat man das Gefühl, man schmeckt eine andere Nuance Natur durch. Ob Peters Riesling Buschenberg 2009 mit einem Ab-Hof-Preis von 53.- € pro Flasche tatsächlich der "beste Riesling der Wachau" (Zitat Veyder-Malberg) ist, wird sich nach der  Füllung im September zeigen müssen.

Infos:


 Elisabeth Pichler-Krutzler
In Oberloiben präsentierte Elisabeth Pichler-Krutzler (Tochter des berühmten F.X. Pichler) in einer stylish-coolen "Garagenatmosphäre" ihr Angebot. Die studierte Juristin ist erst seit 2007 eigenständige Winzerin - und macht durchaus eigenwillige Weine, abseits des Mainstreams. Ihr Credo: lange Hefestandzeiten, ausschließliche Verwendung von Naturhefen. Der Zugang zu diesen Tropfen ist sicher nicht jedermanns Sache. Die komplexen Weine sollten - entgegen der österreichischen Gepflogenheit, Wein möglichst jung zu genießen - einige Jahre lagern. Uns gefielen der  pfeffrig-würzige Grüne Veltliner Klostersatz 2009, sowie der elegante Riesling In der Wand 2009 (Zitrusnoten und Mineralik durch heiße Terrassenlage)


Fazit: 
Die Zeit muss zeigen, ob die Philosophie von Elisabeth Pichler-Krutzler aufgehen wird - denn eine Rückverkostung älterer Jahrgänge ist logischerweise noch nicht möglich. Die Weine lassen jedoch jetzt schon viel erwarten, denn die probierten 2008er Jahrgänge haben sich bereits prächtig entwickelt. 

Infos: 

Weitere Verkostungsnotizen folgen asap ...

Dienstag, 4. Mai 2010

Unsere Favoriten beim Wachauer Weinfrühling


Mauritiushof - Franz-Josef Gritsch
http://www.mauritiushof.at/

Unser erster Besuch führte uns am Freitag nach Spitz zu Franz-Josef Gritsch in seinen Mauritiushof. Der Jahrgang des 31-jährigen Winzers überzeugte uns auf ganzer Linie. Wir probierten uns durch mehr als zwölf verschiedene Weine - vom Federspiel bis hin zur Auslese.





Besonders gefallen haben uns dabei das Federspiel Grüner Veltliner Singerriedel 2009, das leider schon ausverkauft ist, sowie die Riesling-Smaragde Setzberg 2009 (fruchtig-mineralisch, stoffig, Pfirsichnoten, Orangen, dunkle Mineralik) und 1000-Eimerberg 2009 (fruchtig-schiefriger Sortenvertreter mit vielschichtiger Nase).

Der Sauvignon Blanc Hartberg Smaragd 2009 mit 15% Alkohol ist nicht nur einer der derzeitige Lieblingsweine des Winzers selbst - auch uns hat dieser cremige, intensiv nach gelber Paprika riechende Tropfen unglaublich gut gefallen. 

Sein Muskateller Hartberg 2009 besticht mit exotischen Aromen von Guave und Ananas - ein fruchtig-frischer Sommerwein. Lecker!

Wir dürfen die erste Flasche Smaragd des Jahrgangs 2009 öffnen - und natürlich probieren :-)


Nach der Verkostung des aktuellen Jahrgangs durften wir im wunderschönen Garten des Mauritiushofes ganz in Ruhe - und mit den spannenden Infos des Winzers selbst - rückverkosten und sogar ältere Schätze aus dem Keller probieren (z.B. den unglaublichen Grüner Veltliner Loibenberg Smaragd Reserve 2006 - ein Wein wie flüssiges Gold: wuchtig-schmelzig, fruchtig-rund, keinerlei Altersnoten -> tapezierte den Mund; leider nicht mehr im Handel).




vor dem 1000-Eimerberg
                                                        













vor der Lage Singerriedel



Beeindruckend ist die Leidenschaft, mit der Franz-Josef  seine Weine macht, und seine Traditionsverbundenheit.   Auf einer kleinen Tour durch  Spitz hat er uns die einzelnen Lagen und ihre Besonderheiten erklärt.



Weingut Johann Schmelz

Sonntag früh probierten wir uns durch 15 verschiedene Weine des Weinguts Johann Schmelz in Joching. Wie immer besticht das Weingut durch klare, elegante und dichte Weine (v.a. die Veltliner).  

Unsere Favoriten: die beiden Grünen Veltliner Federspiele Pichl-Point 2009 (7,80 €; Nase: Birne, Gaumen: Mix aus Frucht und Mineralik) und Loibnergärten 2009 (7,80 €; Nase: verhalten nach Birne und Melone; Gaumen: zarte Mineralik), der Riesling Dürnsteiner Freiheit Smaragd 2009 (20.- €, cremig-schmelzige Nase, Pfirsichnoten, kraftvolle Mineralität, vielschichtig -> ein Parade-Riesling!), der Weißburgunder Postaller Smaragd 2009 (16.- €; zarte, elegante Nase, rauchiger als gewohnt, saftig-kraftvoll, tolles Potential), der Grüne Veltliner Loibenberg Smaragd 2009 (16.- €; schmelzig-fruchtige Nase, leicht rauchig, Pfefferl, kühle Stilistik -> ein eleganter und vielschichtiger Tropfen!) und der Grüne Veltliner Pichl-Point Smaragd 2009 (16.- €; mineralisch-cremige Nase, Kräuterschleier, fruchtige Opulenz).

                                                 
auf ein Glaserl mit Winzer Johann Schmelz

Die Grünen Veltliner waren mit die besten, die wir während unserer ganzen Tour verkostet haben. Johann Schmelz verzichtet weitgehend auf Botrytis, was seine Weine sehr lagerfähig und nicht anfällig für Firnisnoten macht. Seine Federspiele "pfeifen" nach eigenen Angaben ab August "so richtig rein" ...

mit Monika Schmelz vor der "Weinbühne" 

Der Riesling Weingebirge Federspiel 2009 ist dieses Jahr übrigens käuflich nicht zu erwerben - zumindest nicht in Europa: die 4.600 Flaschen gingen alle exklusiv an Starkoch Wolfgang Puck in die USA.

Weingut Jäger

Ein Besuch bei Roman Jäger in Weissenkirchen, der uns komplett überrascht hat - im positivsten Sinne: seine feingliedrigen, klaren und sehr interessanten Weine mit einer kühlen Stilistik begeisterten uns! Zum Betrieb gehören ausschließlich Weißenkirchner Spitzenlagen wie Klaus, Achleiten und Steinriegel.


  
Winzer Roman Jäger

Unsere Favoriten: Grüner Veltliner Ried Klaus Federspiel 2009 (7,50€; fein-fruchtige Nase, Melone, Mineralik), Sauvignon Blanc Federspiel 2009 (9,50 €; gelbe Paprika in der Nase, am Gaumen Cassis, kühle Stilistik, extra fein!), Riesling Ried Steinriegl Federspiel 2009 (9,50 €; sehr elegant! tolle Nase: Aprikose, Blüten, klar-kühle Stilistik), Riesling Ried Achleiten Smaragd 2009 (16.- €; vielschichtige, schöne Nase, leicht rauchig am Gaumen, tolle Frucht) und schließlich der Eiswein 2008 (18.- €; sensationelle Exotik! vielschichtig-konzentriert, nicht "zuckrig").

Donnerstag, 29. April 2010

Verkostung am 28.04.2010
Rotwein - Vier Länder

Dieses Mal ist unser Freund Holly zu Gast. Holly trinkt Weiß wie Rot und ist vor allem dank seiner feinen Nase und bildstarken Umschreibungen immer ein Gewinn für unsere Verkostungsrunden.

1. Nittnaus, Blaufränkisch Kalk-und-Schiefer, 2007, 13%
    Gols, Burgenland/Österreich
2. Haas, Pinot Nero, 2005, 13%
    Montagna, Alto Adige/Italien
3. Kreuzberg, Spätburgunder Unplugged, 2007, 12,5%
    Dernau, Ahr/Deutschland
4. Stony Brook, Shiraz, 2004, 13,5%
    Franschhoek, Western Cape/Südafrika

Farbe:
1. Rubinrot
2. Ziegelrot, bräunliche Reflexe
3. Granatrot
4. Schwarz-rot mit lila Reflexen

Erste Nase:
1. Fleisch mit Kirschconfit; Carpaccio; dunkle Herzkirschen und Blaubeeren.
2. Modriger Waldboden mit Walderdbeeren; Zwetschge; changiert zwischen fruchtigen Noten und "Antiquitätenduft" (lt. Holly).
3. Mineralisch, nasser Ziegelstein (lt. Holly); Stall. Erinnert an mineralische Weißweinnasen.
4. Beeren, trockenes Leder. Unser Bild: "Satteltasche mit Brombeeren gefüllt".

Zweite Nase:
1. Vanille frisch aus der Schote geschabt; Brombeeren und kalter Tee. Wein wirkt jetzt weicher, charmanter.
2. Flieder, Rhabarber und Waldbeeren.
3. Vegetabil und schotig. Weiterhin sehr mineralisch und insgesamt schwer zugänglich.
4. Leder und Frucht gehen etwas zurück. Rupfensack (lt. Holly).

Gaumen:
1. Wirkt im Gegensatz zur Nase grün, sauer, wie Traubenkerne oder Traubenstängel. Mit mehr Luft geht die bittere Rassheit zurück. Insgesamt vielleicht noch zu jung.
2. Cassis - erinnert an Kir Royal. Gute Säurestruktur; füllt den Mund.
3. Anfangs seifig; schal; Pfeffer.
Interessante Nebenbemerkung: haben den Wein mit Obatzter probiert und er hatte eine ganz andere Charakteristik: er wirkte leicht süß und viel runder.
4. Leder, kalter Rauch. Unser Bild: "Herrenklub" oder "alter Westernsalon".

FAZIT:
Unsere Favoriten waren insbesondere 2 und vereinzelt auch 4 (Holly). Der Pinot Nero von Franz Haas ist wunderbar rund, ausgewogen, fruchtig mit guter Säure und bleibt einen ganzen Abend lang interessant.

Infos:
www.nittnaus.at
www.franz-haas.com
www.weingut-kreuzberg.de
www.stonybrook.co.za